Tempo 30!

Kinder haben keinen Airbag
Tempo 30 - aber jetzt!

Warum sich der VCD für 30 km/h als Regelgeschwindigkeit in der Stadt stark macht

Tempo 30 bringt:weniger Unfälle, Schwerverletzte und Getötete
Jährlich sterben in Deutschland über 400 Kinder durch Verkehrsunfälle, mehr als 50.000 werden im Straßenverkehr verletzt. Über drei Viertel der Kinder verunglücken bei Unfällen innerhalb von Ortschaften (76%), hauptsächlich als Fahrradfahrer und Fußgänger (Statistisches Bundesamt: Kinderunfälle im Straßenverkehr, "Verkehrsunfälle 1995").
Tempo 30 ist die Maßnahme, um dieser Bilanz entgegenzuwirken: Unfalluntersuchungen vor und nach der Einrichtung von Tempo 30-Zonen zeigen, daß die Zahl der Unfälle zwischen 10 und 25% abnimmt. Besonders starke Rückgänge sind bei den Unfällen mit Personenschäden, insbesondere mit Schwerverletzten, zu verzeichnen. So nahm z. B. in Bonn die Zahl der Unfälle mit schweren Personenschäden um 23%, in Münster sogar um 72% ab. Tempo 30 stellt vor allem einen Sicherheitsgewinn für Fußgänger und Radfahrer dar, also für die Verkehrsteilnehmer, zu denen Kinder zu zählen sind, wenn sie sich selbständig bewegen (Deutscher Städtetag: Öffentliche Anhörung vor der Kinderkommission des Dt. Bundestages zum Thema "Kinder im Verkehr").
Neuere Studien gehen sogar davon aus, dass die Einführung von Tempo 30 uns jährlich bis zu 2000 Tote ersparen würde! Welche Gründe bedarf es da eigentlich noch?!?
Tempo 30 bringt:einen verkürzten Anhalteweg
Wenn ein Kind 15 Meter vor einem Auto auf die Fahrbahn läuft, kann ein Autofahrer, der 30 km/h schnell fährt, noch rechtzeitig anhalten. Fährt das Auto 50 km/h schnell, dann hat es einen Anhalteweg von über 25 Metern. Nach 15 Metern beträgt die Aufprallgeschwindigkeit immer noch 45 km/h. Ein Kind würde getötet oder schwer verletzt.
Visualisierung der Anhaltewege
Tempo 30 bringt:weniger Lärm
In Tempo 30-Zonen hat sich gezeigt: Die Lärmbelastung nimmt um durchschnittlich 3 dB(A) ab (Umweltbundesamt). Eine Lärmminderungvon 3 dB(A) nimmt das menschliche Ohr wie eine Halbierung der Verkehrsmenge wahr. Laut Immissionsschutzbericht der Bundesregierung fühlen sich rund 70% der Bevölkerung durch den Straßenverkehrslärm belästigt. Auch Kinder leiden verstärkt unter einem lärmenden Wohnumfeld. Sie reagieren darauf u. a. mit Konzentrationsstörungen und Nervosität. Bei Männern im mittleren Alter (Hauptrisikogruppe) steigt das Herzinfarktrisiko erheblich (Deutscher Arbeitsring zur Lärmbekämpfung " DAL).
Tempo 30 bringt:mehr Lebensraum
Raumbedarf Tempo 30Schnelles Fahren erfordert breite Fahrbahnen, damit ausreichende seitliche Sicherheitsabstände gewährleistet sind. Bei Tempo 30 sinkt der Platzbedarf der fahrenden Autos. PKW, die heute noch auf Gehwegen oder in Parkbuchten stehen, machen bei der Einführung von Tempo 30 Fußgängern und radelnden Kindern Platz. Auf Gehwegen ist dann mehr Raum zum Spielen. Auch Erwachsene gehen in der "wohnlichen" Stadt wieder gerne zu Fuß und lassen ihr Auto öfter stehen.
Tempo 30 in der Diskussion: Argumente, die häufig gegen Tempo 30 vorgebracht werden und wie der VCD dazu steht.

Drei goldene Regeln für Autofahrer in Tempo 30-Gebieten

  1. Immer schön cool bleiben!
    Fahren Sie dort, wo Tempo 30 gilt, nie schneller. Lassen Sie sich von anderen Autofahrern nicht drängeln. Nehmen Sie Ihre Verantwortung für die Unversehrtheit anderer Verkehrsteilnehmer wahr - besonders für Kinder.
  2. Fahrten dauern bei Tempo 30 kaum länger.
    Bei einem Vergleich von Fahrten bei konstantem Tempo ergibt sich zwar für Tempo 50 ein rechnerischer Zeitvorteil von vier Minuten auf fünf Kilometer. Weil bei Tempo 30 aber gleichmäßiger gefahren wird, als bei der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h, vermindern sich die Beschleunigungs- und Bremsvorgänge. Bei Tempo 30 fahren Sie länger, bei Tempo 50 stehen Sie öfter. Probieren Sie es auf einer geeigneten Strecke einmal aus.
  3. Fahren Sie Tempo 30 im dritten Gang.
    Sie verbrauchen deutlich weniger Kraftstoff als im zweiten Gang. Ihr Auto produziert weniger Schadstoffe und Lärm (und untertourt wird es trotzdem nicht).
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Verkehrsclub Deutschland e. V., Kreisverband Duisburg
letztes Aktualisierungsdatum: 19. März 1998